Häufige Krankheitssymptome bei Hund und Katze erkennen – und wann Sie zum Tierarzt sollten

Ein Ratgeber Ihrer Kleintierpraxis Cremlingen für Tierhalter aus Braunschweig, Königslutter und Wolfenbüttel.

Lesezeit: ca. 12 Minuten


Tiere verbergen Schmerz instinktiv. Das macht es Tierhalterinnen und Tierhaltern schwer, eine Erkrankung früh zu erkennen. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die wichtigsten Warnzeichen bei Hund und Katze, ordnet sie medizinisch ein und erklärt, wann ein Termin in der Kleintierpraxis Cremlingen sinnvoll ist.


Inhalt

  1. Warum Symptome früh erkennen Leben retten kann
  2. Allgemeine Warnzeichen bei jedem Haustier
  3. Magen-Darm-Symptome
  4. Haut, Fell und Juckreiz
  5. Maulgeruch und Zahnprobleme
  6. Augenveränderungen
  7. Bewegungsprobleme und Lahmheit
  8. Herz, Niere und Atmung
  9. Wann es ein echter Notfall ist
  10. Vorsorge: Was Sie selbst tun können

Warum Symptome früh erkennen Leben retten kann

In Deutschland leben aktuell mehr Haustiere als je zuvor. Laut dem Heimtierreport 2024 von ZZF und IVH teilen sich rund 33,9 Millionen Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Ziervögel die Wohnungen und Häuser der Republik – darunter 15,9 Millionen Katzen und 10,5 Millionen Hunde. In 44 Prozent aller Haushalte lebt mindestens ein Tier; bei Familien mit Kindern sind es sogar 68 Prozent.

Heimtiere in Deutschland 2024: 33,9 Millionen

Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Ziervögel leben in deutschen Haushalten. Davon allein 15,9 Millionen Katzen und 10,5 Millionen Hunde.

Quelle: Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) / Industrieverband Heimtierbedarf (IVH), Erhebung Skopos 2024.

Mit dieser Verbreitung steigt die Verantwortung: Haustiere werden heute durchschnittlich älter als noch vor zwanzig Jahren – und damit häufen sich altersbedingte Erkrankungen wie Arthrose, Zahnerkrankungen, Herz- und Nierenleiden. Hinzu kommt: Tiere zeigen Beschwerden oft erst spät. Ihre wilden Vorfahren haben Schmerz verborgen, um in der Rangordnung nicht abzusteigen oder als leichte Beute zu gelten. Viele unserer Hunde und Katzen tragen diesen Instinkt bis heute in sich.

„Wer sein Tier aufmerksam beobachtet, erkennt Krankheiten oft Wochen vor dem akuten Notfall – und macht damit den Unterschied zwischen einer einfachen Behandlung und einer komplexen Therapie."

Die Zahlen unterstreichen, wie wichtig Beobachtung ist: Schätzungen zufolge leiden rund 30 Prozent der 10- bis 15-jährigen Katzen in Deutschland an einer chronischen Nierenerkrankung, und mehr als die Hälfte aller Hunde und Katzen bringen zu viel Gewicht auf die Waage – mit allen damit verbundenen Folgen für Gelenke, Herz und Stoffwechsel.


Allgemeine Warnzeichen bei jedem Haustier

Es gibt eine Reihe unspezifischer Symptome, die zwar selten ein klares Krankheitsbild verraten, dafür aber ein zuverlässiges Frühwarnsystem darstellen. Treten sie länger als 24 bis 48 Stunden auf oder häufen sich, gehört Ihr Tier in tierärztliche Hand.

Verhaltens- und Allgemeinveränderungen:

  • Plötzliche Apathie, Rückzug oder Desinteresse am gewohnten Spiel
  • Verändertes Trink- oder Fressverhalten – sowohl deutlich mehr als auch deutlich weniger
  • Auffällige Gewichtsveränderungen innerhalb weniger Wochen
  • Veränderte Schlafdauer, Unruhe in der Nacht oder häufiges Hecheln im Ruhezustand
  • Ungewohnte Aggressivität oder plötzliche Schreckhaftigkeit
  • Vermeidung bestimmter Berührungen oder Schonhaltung

Gerade bei Katzen sind diese „weichen" Signale entscheidend. Anders als Hunde zeigen Katzen Schmerz selten direkt – stattdessen sitzen sie mit eingezogenem Körper, putzen sich seltener oder ziehen sich an ungewöhnliche Orte zurück. Wer solche Veränderungen ernst nimmt, gewinnt oft wertvolle Zeit.


Magen-Darm-Symptome: Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit

Magen-Darm-Beschwerden gehören zu den häufigsten Vorstellungsgründen in jeder Kleintierpraxis. Einmaliges Erbrechen nach dem Fressen kann harmlos sein – wiederholtes Erbrechen, blutiger oder schwarzer Stuhl und Apathie sind dagegen Alarmzeichen.

Wann Sie zeitnah in die Praxis sollten:

  • Erbrechen oder Durchfall, das länger als 24 Stunden anhält
  • Blut im Erbrochenen oder im Kot (auch teerartiger, schwarzer Stuhl)
  • Aufgeblähter, harter Bauch – besonders bei großen Hunderassen ein Notfall (Magendrehung)
  • Anhaltende Appetitlosigkeit über mehr als 24 Stunden, bei Katzen sogar früher (Risiko hepatische Lipidose)
  • Würgen ohne Auswurf, häufiges Schmatzen, vermehrter Speichelfluss

Die Ursachen reichen von Futtermittelunverträglichkeiten und Parasitenbefall über entzündliche Darmerkrankungen bis hin zu Fremdkörpern und Tumoren. Eine fundierte Diagnostik ist unerlässlich. In unserer Praxis stehen dafür digitales Röntgen, hochauflösender Ultraschall, Endoskopie und ein eigenes Labor zur Verfügung – damit lassen sich die meisten Ursachen schon beim ersten Termin eingrenzen.

Achtung Magendrehung

Bei tiefbrüstigen, großen Hunderassen wie Schäferhund, Dogge oder Boxer ist eine plötzlich aufgeblähte, harte Bauchwand mit erfolglosen Würgereizen ein akuter, lebensbedrohlicher Notfall. Fahren Sie umgehend in die nächste Klinik oder rufen Sie den tierärztlichen Notdienst.


Haut, Fell und Juckreiz

Hautprobleme sind bei Hund und Katze außergewöhnlich häufig – und ihre Ursachen vielfältig. Ständiges Kratzen, Belecken bestimmter Körperstellen, kahle Stellen, Schuppen oder ein stumpfes Fell sind keine kosmetischen Probleme, sondern medizinische Symptome.

Typische Hautsymptome und ihre möglichen Ursachen:

  • Juckreiz und Kratzen: Flöhe, Milben, Allergien (Futtermittel, Umweltallergene)
  • Kahle Stellen, Schuppen: Pilzinfektionen, hormonelle Störungen (z. B. Schilddrüse, Cushing)
  • Rötung, Krusten, Pusteln: bakterielle Hautentzündungen, oft als Folge von Allergien
  • Übermäßige Fellpflege bei Katzen: Hinweis auf Stress, Schmerz oder Hauterkrankung
  • Veränderte Knoten oder Schwellungen: immer abklären lassen – nicht jeder Knoten ist harmlos

Eine zuverlässige Diagnose erfordert oft mehrere Schritte: Hautgeschabsel, mikroskopische Untersuchung, Allergietests oder Blutdiagnostik. Diese Untersuchungen führen wir in der Kleintierpraxis Cremlingen direkt vor Ort durch – ohne lange Wartezeiten auf externe Labore.


Maulgeruch, Speicheln und Zahnprobleme

Übler Maulgeruch ist kein normales Alterszeichen – er ist ein Symptom. Zahnerkrankungen gehören zu den häufigsten unbehandelten Leiden bei Hund und Katze: Plaque und Zahnstein bilden den Boden für Parodontitis, die unbehandelt zu Zahnausfall, chronischen Schmerzen und Belastung von Herz und Nieren führen kann.

Anzeichen für Zahn- und Maulhöhlenerkrankungen:

  • Maulgeruch, der über das übliche Maß hinausgeht
  • Langsames Fressen oder einseitiges Kauen
  • Abrupte Verweigerung von Trockenfutter oder harten Leckerli
  • Vermehrter Speichelfluss, manchmal mit Blutbeimengung
  • Pfoten am Maul reiben, Kopfschütteln
  • Zahnstein, gerötetes Zahnfleisch, gelockerte Zähne

In der Praxis bieten wir spezialisierte Zahnheilkunde mit digitalem Dentalröntgen – dem Goldstandard, um Wurzelentzündungen, Abszesse oder Resorptionen sichtbar zu machen, die bei der Sichtprüfung verborgen bleiben. Unser Tierzahnarzt Dr. Jan Minde ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Tierzahnheilkunde (DGT).


Augenveränderungen ernst nehmen

Das Auge ist eines der empfindlichsten Organe – und Veränderungen entwickeln sich oft schnell. Tränende, gerötete oder zusammengekniffene Augen, eine Trübung der Hornhaut oder eine sichtbare „Augenhaut" (Nickhaut) erfordern eine zeitnahe Abklärung.

Symptome, die ophthalmologisch abgeklärt gehören:

  • Anhaltendes Tränen, vermehrter Augenausfluss
  • Zusammenkneifen eines oder beider Augen (Schmerzanzeichen)
  • Trübung der Hornhaut, sichtbare Gefäße im Auge
  • Plötzliche Sehstörungen, Stoßen gegen Möbel
  • Stark gerötetes, hartes Auge – möglicher Hinweis auf einen Glaukom-Anfall

Ein Glaukom (Grüner Star) kann beim Hund innerhalb weniger Stunden zur Erblindung führen. In unserer augenheilkundlichen Sprechstunde messen wir den Augeninnendruck binnen Sekunden, führen den Schirmer-Tränentest durch und behandeln Hornhautverletzungen, Bindehautentzündungen, Lidrandtumore und Cherry-Eye-Operationen direkt vor Ort.


Bewegungsprobleme und Lahmheit

Wenn Ihr Hund zögert, ins Auto zu springen, oder die Katze nicht mehr auf das Fensterbrett hochkommt, sind das keine harmlosen Alterserscheinungen, sondern oft erste Anzeichen einer Gelenkerkrankung. Arthrose, Kreuzbandrisse, Patellaluxationen und Bandscheibenerkrankungen gehören zu den häufigsten orthopädischen Diagnosen.

Bewegungssymptome im Überblick:

  • Lahmheit, die nach Ruhe schlimmer ist und sich „einläuft"
  • Steifheit beim Aufstehen, besonders morgens
  • Vermeidung von Treppen, Sprüngen, längeren Spaziergängen
  • Schonhaltung, ausgeprägtes Belecken eines Beins
  • Plötzliche, hochgradige Lahmheit – möglicher Bandscheibenvorfall oder Kreuzbandriss

Die Diagnostik umfasst klinische Untersuchung, digitales Röntgen und – wo nötig – weiterführende Bildgebung. In der Kleintierpraxis Cremlingen führen wir minimalinvasive orthopädische Eingriffe durch, darunter Patellaluxations-Operationen und Kreuzbandersatz bei Hund und Katze. Im Anschluss steht ein eigener Physiotherapieraum zur Verfügung, um die Heilung gezielt zu begleiten.


Herz, Niere und Atmung – die stillen Erkrankungen

Herzerkrankungen entwickeln sich oft schleichend. Erste Hinweise sind ein verändertes Atemmuster, leichte Müdigkeit nach kurzen Spaziergängen, gelegentliches Husten oder ein vermehrtes Hecheln im Ruhezustand. Bei der Katze sind Herzerkrankungen keine Seltenheit – und sie zeigen sich oft erst spät und plötzlich, etwa in Form einer Atemnot oder einer Lähmung der Hinterhand durch eine Thrombose.

Hinweise auf Herz- oder Atemwegserkrankungen:

  • Husten, besonders nachts oder nach Aufregung
  • Schnelle Ermüdung, verminderte Belastbarkeit
  • Bläuliche oder blasse Schleimhäute
  • Unruhe, häufiges Liegepositions-Wechseln in der Nacht
  • Erhöhte Atemfrequenz im Ruhezustand (über 30 Atemzüge pro Minute beim schlafenden Tier ist verdächtig)

Bei Verdacht auf eine Herzerkrankung führen wir Herzultraschall, EKG und Blutdruckmessung in einem Termin durch. Auch chronische Nierenerkrankungen lassen sich durch Blut- und Urinuntersuchungen früh erkennen – oft Monate, bevor das Tier sichtbare Symptome zeigt.

Chronische Nierenerkrankung bei Katzen: ca. 30 %

der Katzen zwischen 10 und 15 Jahren in Deutschland sind betroffen – eine der häufigsten Erkrankungen bei alternden Stubentigern.

Quelle: Veterinärmedizinische Übersichten zur Häufigkeit der chronischen Niereninsuffizienz (CNE) bei Katzen.


Wann es ein echter Notfall ist

Bei manchen Symptomen zählt jede Minute. Rufen Sie umgehend in der Praxis an oder fahren Sie direkt in die nächste tierärztliche Notfalleinrichtung, wenn eines der folgenden Anzeichen vorliegt:

Sofort tierärztlich abklären

  • Akute, schwere Atemnot oder bläuliche Schleimhäute
  • Aufgeblähter, harter Bauch mit erfolglosem Würgen
  • Anhaltende Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit
  • Stärkere Verletzungen, anhaltende Blutungen
  • Verdacht auf Vergiftung (Schokolade, Trauben, Frostschutzmittel, Pflanzen, Medikamente)
  • Plötzliche Lähmung der Hinterbeine
  • Hochgradig schmerzendes, stark gerötetes Auge
  • Geburtskomplikationen

Informationen zu unseren Notdienstzeiten und zur Erreichbarkeit außerhalb der Sprechstunden finden Sie unter Tierärztlicher Notdienst.


Vorsorge: Was Sie selbst tun können

Viele Erkrankungen lassen sich vermeiden oder zumindest deutlich abmildern, wenn die Vorsorge stimmt. Die wichtigsten Säulen sind:

Regelmäßige Gesundheitschecks

Ein jährlicher Vorsorgetermin – bei Tieren über 8 Jahren halbjährlich – ermöglicht es, Veränderungen früh zu erkennen. Dazu gehören die klinische Allgemeinuntersuchung, Gewichts- und Zahnstatus sowie bei älteren Tieren ergänzende Blutuntersuchungen.

Impfungen und Parasitenprophylaxe

Ein an die Lebensumstände angepasstes Impfschema schützt vor Parvovirose, Staupe, Leptospirose, Tollwut und – bei Katzen – Katzenseuche und Katzenschnupfen. Regelmäßige Entwurmung und Zeckenschutz vermindern das Risiko für Borreliose, Anaplasmose und andere durch Parasiten übertragene Erkrankungen.

Gewichtsmanagement

Über die Hälfte aller Hunde und Katzen in Deutschland sind übergewichtig. Adipositas ist keine kosmetische Frage, sondern ein klinischer Risikofaktor: Sie verkürzt die Lebenserwartung, belastet Gelenke und begünstigt Diabetes, Bluthochdruck und Herzerkrankungen.

Zahnpflege

Tägliches Zähneputzen klingt aufwendig, ist aber die wirksamste Prävention gegen Parodontitis. Wer das nicht etablieren kann, sollte spätestens jährlich eine professionelle Zahnkontrolle einplanen.

Aufmerksame Beobachtung

Sie kennen Ihr Tier am besten. Verändertes Verhalten – mehr trinken, weniger spielen, anders sitzen – ist oft das erste und manchmal einzige Frühwarnzeichen. Vertrauen Sie Ihrem Eindruck und vereinbaren Sie im Zweifel lieber einen Termin zu viel als einen zu wenig.


Termin in der Kleintierpraxis Cremlingen

Sie haben bei Ihrem Tier eines der beschriebenen Symptome bemerkt oder möchten eine Vorsorgeuntersuchung vereinbaren? In der Regel bieten wir Termine am selben Tag oder innerhalb von 24 Stunden an. Unsere Praxis ist zentral an der B1 gelegen und aus Braunschweig, Königslutter und Wolfenbüttel in wenigen Fahrminuten erreichbar.

→ Online-Termin buchen ☎ Anrufen: 05306 5722841


Über die Kleintierpraxis Cremlingen

Seit 2019 betreuen wir Hunde, Katzen und Kleintiere aus der Region Braunschweig, Königslutter und Wolfenbüttel. Unsere Praxis bietet das volle diagnostische und therapeutische Spektrum: digitales Röntgen, Dentalröntgen, hochauflösender Ultraschall mit Herzultraschall, Endoskopie, hauseigenes Labor, zwei OP-Plätze mit Inhalationsnarkose, Zahnstation und ein eigener Physiotherapieraum.

📍 Im Moorbusche 100, 38162 Cremlingen


Quellen und weiterführende Informationen


Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Bei akuten Beschwerden Ihres Tieres wenden Sie sich bitte direkt an Ihre Tierarztpraxis oder den Notdienst.